panda cycles berlin / portraits https://pandacycles.de Fri, 22 Jun 2018 19:33:07 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v= Salary Cap bei Profiteams https://pandacycles.de/2017/11/24/salary-cap-bei-profiteams/ https://pandacycles.de/2017/11/24/salary-cap-bei-profiteams/#comments Fri, 24 Nov 2017 18:27:30 +0000 pcb https://pandacycles.de/?p=11938 In einem Gespräch mit Le Telegramme sprach UCI-Präsident David Lappartient über die Möglichkeit von Budgetobergrenzen für Fahrergehälter bei Profiteams. Ziel soll dabei sein, dominante Teams zu verhindern und sportliche Ausgeglichenheit zu gewährleisten. Dabei soll es den Teams freistehen, die Höhe des Gehalts der Fahrer zu wählen, nur das zur Verfügung stehende Gesamtbudget wäre gedeckelt. Ganz unromantisch ist Profisport ein Business und wer am meisten bezahlt, gewinnt meistens auch. So bewegten sich die Budgets der Teams bei der Tour 2016 zwischen 3,5 Mill.€ (Fortuneo-Vital Concept) am unteren Ende der Skala bis zu 35 Mill.€ (Team Sky) am goldenen Ende und die Ergebnisse spiegeln dies wieder.

Im US-Sport sind Gehaltsobergrenzen, das Salary Cap, erprobte Praxis. Ziel ist auch hier die sportliche Ausgeglichenheit der Ligen. Dass es zu funktionieren scheint, zeigt ein Blick auf die Anzahl der Meisterteams in den verscheidenen Ligen. In der NBA (Basketball) sowie der NHL (Eishockey) gab es in den letzten zehn Jahren jeweils sieben verschiedene Meisterteams, in der NFL (Football) sogar acht Meisterteams. Zum Vergleich: in der Fußballbundesliga wurde in den letzten zehn Jahren siebenmal der FC Bayern München Meister wie auch in der Handballbundeslige der THW Kiel siebenmal Meister wurde.

Allerdings sind die verschiedenen Modelle des Salary Caps in den Ligen nicht unproblematisch. Das Hard Cap (NHL, NFL) setzt eine feste Gehaltsobergrenze für die Spielergehälter fest, die nicht überschritten werden darf. Allerdings unterläuft die NFL mit zahlreichen Boni das Salary Cap. Ein anderes Problem des Hard Cap lässt sich seit einigen Jahren in der NHL beobachten. Mit steigendem Erfolg werden die Teams zu teuer, um sie zusammenzuhalten. So verloren die Chicago Blackhawks nach ihren Titelgewinnen 2010 und 2015 jeweils ihren halben Kader.

Die NBA hingegen operiert mit einem Soft Cap und einer Luxury Tax. Hier können Teams die Gehaltsobergrenzen überschreiten, werden aber dafür bestraft. Sie müssen dann die Luxury Tax bezahlen. Diese ist progressiv gestaffelt – zahlt ein Team anfangs pro Dollar über dem Salary Cap noch 1,50$ Strafe, sind es bei 20 Mio. über dem Cap pro Dollar schon 3,75$. Für Wiederholungstäter steigen die Strafzahlungen noch einmal. Einen Teil der Einnahmen aus der Luxury Tax verteilt die Liga an die Teams, die das Salary Cap nicht überschreiten. Hier besteht also Möglichkeit erfolgreiche Mannschaften zusammenzuhalten, allerdings muss das Team abwägen, wie weit es finanziell sinnvoll ist. In den letzten Jahren haben sogar die reichen Teams vermieden zu sehr über das Salary Cap hinaus zu gehen. Es ist schlicht zu teuer. Was allerdings auch hier das Salary Cap unterlaufen kann, ist ein Gehaltsverzicht der Stars. Diese verdienen abseits des Sports oftmals mehr Geld. So hat Dirk Nowitzki regelmäßig auf Gehalt verzichtet, um dem Team den finaniellen Spielraum für bessere Spieler zu geben. Jüngst verzichtete Kevin Durant auf 10 Mio.$, um das Meisterteam der letzten Saison zurückzubringen.

Es gibt also mehrere Modell für eine Gehaltsobergrenze die mit kleinen Schwächen funktionieren und an denen sich die UCI orientieren kann. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Sportligen in den USA geschlossene Veranstaltungen sind und die Teams Spielzeug von Milliardären und Investorengruppen. Der dort generierte Umsatz ist nicht direkt von Sponsoren abhängig. Das Geld kommt hauptsächlich aus riesigen TV-Verträgen, Merchandising und Eintrittsgeldern. Formatfüllende Werbebanner wie in Europa finden sich dort nicht auf den Trikots.

Der permanent klamme und von Sponsorengeldern direkt abhängige Radsport muss natürlich Wege finden, die Geldgeber bei Laune zu halten. Sky investiert den größten Geldbatzen, um den größtmöglichen Erfolg und die meiste Aufmerksamkeit zu generieren. Wäre Sky mit dem halben Erfolg bei halben Kosten zufrieden? Wohl eher nicht.

Ein hartes Salary Cap könnte potenzielle große Sponsoren abschrecken. Erfolg wäre weniger planbar und nicht mehr garantiert. Kleinere Teams, die oft darauf setzen Talente zu entwickeln, würden durch ein Hard Cap bestraft. Wer durch intensive Nachwuchsarbeit den nächsten Toursieger, Klassikergott und Sprintkönig entwickelt, kann deren Gehälter irgendwann nicht mehr mit dem Salary Cap vereinbaren. Ein weiches Salary Cap mit einer Luxussteuer könnte beide Seiten befriedigen. Große Sponsoren böte es genug Spielraum, um gute Teams zusammenzustellen. Für kleine Teams, die oft auf Nachwuchsfahrer setzen, wäre eine umverteilte Luxussteuer eine Art Ausbildungsvergütung. Allerdings sind das nur einige Aspekte und viele Wechsel- und Rückwirkungen würde erst die Praxis zeigen. Wie komplex z.B. die Regelungen in der NBA sind, kann man auf der Seite von Larry Coon sehen und dass für den Radsport ein weniger komplexes Modell nötig wäre, ist kaum zu erwarten.

Die Idee mit einer Gehaltsobergrenze ein ausgleichendes Element zu etablieren, bietet die Möglichkeit dem Radsport neue Spannung zu verleihen. Allerdings haben sich die verschiedenen Modelle im US-Sport über Jahrzehnte entwickelt und sind noch immer nicht widerspruchsfrei. Die UCI muss vor allem Wege finden, diese Idee allen Beteiligten schmackhaft zu machen. Das letzte Wort werden wahrscheinlich die großen Sponsoren haben. Würden sie Zweifel äußern, wäre die Idee vermutlich gestorben.

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Kant für Radfahrer? https://pandacycles.de/2017/11/23/kant-fur-radfahrer/ https://pandacycles.de/2017/11/23/kant-fur-radfahrer/#comments Thu, 23 Nov 2017 17:06:27 +0000 pcb https://pandacycles.de/?p=11924 Berlin ist eine allergene Stadt. Lactoseintoleranz hat gefühlt jeder Zweite, Gluten ist Teufelszeug und jetzt hat es uns auch erwischt: Radfahrerintoleranz! Liegt vielleicht daran, dass wir älter geworden sind oder mit Kindern einige Dinge anders sehen.

Leute, die zur Primetime ihr Rad mit Schmackes in die U-Bahn werfen, ohne Rücksicht welches Fahrradteil sich in welchen Körperteil der dicht gedrängten Masse bohrt, gehören mittlerweile zum Lokalkollorit; Muttis, die mit einer Chuzpe, die ihresgleichen sucht, mit ihren Christiania-Rädern alles vom Fussweg wegklingeln, geschenkt. Als wir aber letztens mit Frau und Kind an der Hand aus der Haustür treten und fast umgefahren wurden, war es vorbei mit der Toleranz. Den bösen Spruch, der uns auf den Lippen lag, haben wir uns geschenkt – so schnell kann man den Kindern ja nicht die Ohren zuhalten. Den bekam am Folgetag jemand anderes zu hören, der mich auf dem Weg vom Späti Nachts um eins vom Fußweg klingeln wollte. Neulich sogar den schwarzen Mann getroffen. Nein, nicht den Kinderschreck. War ein Typ mit schwarzen Mantel und hochgekrempelten Jeans auf nem klapprigen Damenrad ohne Licht. Hab ihn im Dunkeln fast über den Haufen gefahren, als er falsch herum durch den Kreisverkehr auf der roten Insel fuhr. Also alles, was in den alten 600er Bremsen noch drin steckte, rausgeholt und ein paar weniger nette Worte gewechselt. Der Schwarze Mann schien etwas irritiert darüber, dass es der Gesundheit nicht zwingend förderlich ist, wenn man Kreisverkehre entgegen der üblichen Fahrtrichtung nutzt.

Nun sei erwähnt, dass in unserem Kiez die Straßen asphaltiert und breit sind und das Verkehrsaufkommen höchst überschaubar ist. Vielleicht waren wir in den letzten Wochen zu oft zur falschen Zeit am falschen Ort. Trotzdem überlegen wir, ob es einen kosmischen Zusammenhang zwischen abnehmender Verkehrsdichte und zunehmendem dussligen Verhalten gibt. Es kam auch kurz der Gedanke die Radfahrer in solchen Situationen mit den Werken Immanuel Kants zu bewerfen – natürlich in der Akademieausgabe. Die ist groß, schwer und zeigt Wirkung. Zudem bekommen sie etwas sinnvolles zu lesen. Geht natürlich nicht, ist auch auf Dauer vom Budget schwierig.

Trotzdem würden wir Kant jedem Verkehrsteilnehmer zur Lektüre empfehlen. Liest sich auch nach 200 Jahren gewinnbringend und taugt durchaus als Kompass für gutes Handeln. Stark verkürzt war Kants Antwort auf die Frage, was wir tun sollen, der kategorischer Imperativ, der heutzutage vielleicht etwas akademisch angestaubt wirkt, aber an Aktualität und Frische nichts eingebüßt hat. “Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne”. Klingt bekannt und haben wir als Kinder so ähnlich schon mal gehört -“Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu”. Die Maximen, von denen Kant spricht, sind persönliche Handlungsgrundsätze, wie z.B. ich will immer pünktlich sein, ich will Menschen in Not helfen etc. Um festzustellen, ob diese gut bzw. moralisch sind und somit als Maxime einer allgemeinen Gesetzgebung taugen, müssen sie der Frage standhalten, ob es gut wäre, wenn alle Menschen sich immer und überall so verhielten. Kant schlägt zur Prüfung eine Universalisierung auf zwei Ebenen vor: 1. Kann man die Maxime widerspruchsfrei als allgemeines Gesetz denken an das sich alle Menschen immer und überall halten müssen. 2. Können alle Menschen dies vernünftigerweise wollen. Für die Aussage Ich will Menschen in Not helfen, lässt sich dies einfach bestimmen. Dabei zählt für Kant der Wille nicht das Ergebnis. Kann man also einem in Not geratenen Menschen selbst nicht helfen, muss man alles tun, damit er Hilfe bekommt. Brennt also das Haus muss man es nicht selbst löschen, aber die Feuerwehr rufen.

Versucht man die Maximen, die hinter den anfangs genannten Erlebnissen stehen so zu denken, kommt man schnell zu dem Schluss, dass sie keine Grundlage für gutes bzw. moralisches Handeln sind. Dass alle Radfahrer immer und überall auf dem Fussweg fahren sollen, ist natürlich unsinnig und das will auch niemand. Will man es verallgemeinern, steht hinter dem Verhalten die Maxime Ich halte mich nicht an die Verkehrsregeln. Sie sind zugegebnermaßen nicht immer optimal, aber ein handhabbarer Kompromiss, der das Verhalten der Verkehrsteilnehmer vorhersehbar machen soll und somit im Idealfall Unfälle und Konflikte verhindet. Aber wir fürchten, dass hinter der permanenten Ignoranz gegenüber den Verkehrsregeln ein grundlegenderes Problem steckt, das auch der olle Kant nicht lösen kann. Vielleicht sollten wir doch mit der Akademieausgabe seiner Werke werfen?

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Wir wollen kein Kopenhagen… https://pandacycles.de/2017/11/22/wir-wollen-kein-kopenhagen/ https://pandacycles.de/2017/11/22/wir-wollen-kein-kopenhagen/#comments Wed, 22 Nov 2017 07:56:28 +0000 pcb https://pandacycles.de/?p=11909 Wir bullshiten jetzt ein wenig rum, aber vielleicht sind da ein oder zwei denkenswerte Gedanken dabei.

Ja, die Überschrift ist furchtbar plakativ, aber aus Gründen und die drei Punkte sollen andeuten, dass durchaus Wege nach Kopenhagen führen. Allerdings muss vor der Verkehrswende ein wichtiger Punkt abseits jeglicher verkehrspolitischer oder fiskalischer Erwägungen erfüllt werden – solide Schutzbleche. Was ist passiert? Wie jeden Morgen radelt man seines Weges, das Wetter ist leicht regnerisch und die Straßen feucht. So weit, so gut. Plötzlich und unerwartet steht an der Kreuzung ein Pulk mit einem Dutzend Radfahrer. Dass alle unterschiedlich schnell sind und kaum einer geradeaus fahren kann, ist ja noch ok, aber leider ist niemand mit tauglichen Schutzblechen unterwegs. Ein kleines Brompton mit noch kleineren Schutzblechen, zwei neue Trekkingräder mit sportlich kurzen Stummelschutzblechen, ein Vintagerenner ohne alles – es braucht wenig Phantasie, sich das Ergebnis vorzustellen.

Mittlerweile enden viele Schutzbleche, gerade bei neuen Rädern einige Zentimeter über der Höhe der Nabe. Sieht sportlich aus und hält den Popo des Fahrers trocken, aber alle dahinter haben viel Spass mit dem Schmadder. Eine alptraumhafte Vision – im Regen gefangen in einem Pulk mit hunderten Radfahrern ohne kompetente Schutzbleche. Und ehrlich, niemand will im Büro aussehen, als wäre er gerade Paris-Roubaix gefahren.

Schutzbleche, die ihren Namen gerecht werden, sollten nicht nur den Fahrer trocken und sauber halten, sondern auch die nachfolgenden Radfahrer. Alles andere ist im urbanen Miteinander wenig hilfreich. Daher sind Schutzbleche, die deutlich unter der Höhe der Nabe enden, mehr als wünschenswert. Lässt sich eigentlich für jedes Rad bewerkstelligen. Soll die Verkehrswende unseren Segen bekommen, muss ebenso sicher sein, dass man nicht nach jeder Regenfahrt wie ein Murkelbär aussieht. Ansonsten, da sind wir uns sicher, macht das Ganze weniger Spass als gedacht und deutlich weniger Autofahrer werden auf das Zweirad wechseln. Da das Thema wahrscheinlich bei niemanden auf der Agenda steht, bleibt wohl nur die vage Hoffnung auf Vernunft und Einsicht des Einzelnen.

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Touching The Sun https://pandacycles.de/2017/11/21/touching-the-sun/ https://pandacycles.de/2017/11/21/touching-the-sun/#comments Tue, 21 Nov 2017 12:02:17 +0000 pcb https://pandacycles.de/?p=11905 Hansi Johnsen und Mike Riemer entführeun uns in die Weiten Minnesotas und folgen ihrer Leidenschaft fürs Fliegenfischen und dem Radfahren. Mehr Fotos und die Story gibt es bei Salsa.

Salsa Cycles Presents: Touching The Sun from Salsa Cycles on Vimeo.

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lifeCYCLE magazine https://pandacycles.de/2017/11/20/lifecycle-magazine/ https://pandacycles.de/2017/11/20/lifecycle-magazine/#comments Mon, 20 Nov 2017 15:30:21 +0000 pcb https://pandacycles.de/?p=11894 Pünktlich zur dunklen Jahreszeit wartet in den kommenden Tage mit dem lifeCYCLE Magazine neuer Lesestoff für euch. Die erste Ausgabe ist dieser Tage im Druck. Martin Donat und Stephan Peters sind die Köpfe hinter dem neuen Magazin und haben für die kalten Winterabende spannende Storys, garniert mit tollen Foto, vom Local Dealer bis hin zur Eroica zusammengetragen. Erscheinen wird das lifeCYCLE Mag alle drei Monate und erhältlich ist es online sowie in ausgewählten Radshops. Checkt die Website; es lohnt!

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Strassenrandperle in Strick https://pandacycles.de/2017/11/17/strassenrandperle-in-strick/ https://pandacycles.de/2017/11/17/strassenrandperle-in-strick/#comments Fri, 17 Nov 2017 15:25:35 +0000 pcb https://pandacycles.de/?p=11880 Irgendwie kam spontan der Gedanke an Omas Strickpullover, die es in den 80ern jedes Jahr aufs Neue zu Weihnachten gab; die immer etwas kratzig waren, in seltsamen Farben mit funky Mustern oder Motiven daherkamen. Aber sie waren wohlig warm und wurden mit unzähligen hausgemachten Plätzchen versüsst. Wir haben natürlich keine Ahnung wer warum sein Rad in Strick hüllt, aber es ist sehr charmant, mit praktischer Knopfleiste und kleinen Strick-Shock-Boots für die Gabel.

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Motordoping bei Cancellara? https://pandacycles.de/2017/11/15/motordoping-bei-cancellara/ https://pandacycles.de/2017/11/15/motordoping-bei-cancellara/#comments Wed, 15 Nov 2017 18:43:28 +0000 pcb https://pandacycles.de/?p=11871 Momentan tobt wieder die Diskussion, ob Fabien Cancellara bei seinen deutlichen Siegen in Flandern und Roubaix 2010 einen versteckten Motor genutzt hat. Auslöser der neuerlichen Diskussion ist Phil Gaimons Buch Draft Animals, in dem er diese These vertritt. Mittlerweile sind die Anwälte damit befasst. Nachverfolgen lässt sich dies auf Cyclingtips. Stichhaltige Belege konnte allerdings noch niemand vorbringen. Wir werfen einen Blick auf die vorgebrachten Argumente und versuchen zu klären, ob sie plausibel sind.

Wer im Netz stöbert, findet zu Cancellaras Motordoping ähnlich viele Meinungen wie zum Moon Hoax mit oft ähnlich seltsamen Ansichten. Dass es 2010 technisch nicht ganz trivial war, einen Motor samt Akku im Rad zu verstauen und dass die Motorunterstützung deutlich hörbar wäre, wird dabei gerne ignoriert.

Woran wird der Verdacht für Cancellaras Motordoping festgemacht? Als erster Punkt wird immer die unglaubliche Beschleunigung bei den Attacken und die schiere Dominanz Cancellaras angeführt. Beleg hierfür sind die Fernsehbilder, die zeigen wie schnell er nach seiner Attacke den Vorsprung ausbaut und vor allem wie flüssig sein Fahrstil wirkt. In dem Video unten werden noch “verdächtige” Handbewegungen herausgehoben, bei denen der Motor angeblich aktiviert wurde. Wir wissen nicht, was die Videoproduzenten dort sehen, aber er schaltet schlicht an Stellen, wo es auch sinnvoll ist.

Des Weiteren wird angeführt, dass er auffällig oft die Räder ohne erkennbaren Defekt gewechselt hat. Auch das ist im Profizirkus nicht unüblich. Es kommt öfters vor, dass für bestimmte Streckenabschnitte auf besser geeignetes Material gewechselt wird. So wechselte Ullrich bei der 2000er Tour auf der 16. Etappe für die Abfahrt auf ein anderes Rad.

Es bleibt somit nur die für unmöglich gehaltene Leistung Cancellaras. Aber ist sie so unvorstellbar und einzigartig? Nein. Um vergleichbare Leistungen bei Flandern und Roubaix zu finden, muss man nicht einmal weit zurückblicken. 2002 gewann Johan Museeuw mit einer ähnlichen Leistung in Roubaix. Knapp 40 km vor dem Ziel setzte er sich damals ab. Allerdings fuhr Musseuw einen deutlich dickeren Gang, was nicht so flüssig und elegant aussieht, wie beim Schweizer. Der Raumgewinn war bei Museeuw nicht weniger beachtlich und er fuhr bis zum Ziel mehr als 3 Minuten auf Steffen Wesemann und Tom Boonen heraus, die bei Klassikern sicher keine Laufkundschaft waren.

Wer auf Youtube stöbert, kann sich auch Museeuws Sieg bei der 98er Flandernrundfahrt ansehen. Seine Attacke sieht auch hier nicht sonderlich elegant aus, ist aber durchaus mit denen Cancellaras vergleichbar. Allerdings gab es im Jahr 2002 bei Gent-Wevelgem einen wenig beachteten Zwischenspurt von Marion Cipollini, der die zuvor genannten in den Schatten stellt. Michele Ferrari zeigte sich damals beeindruckt und wertete die Sequenz aus. Er kam zu dem Schluss, dass Cipollini eine Minute mit 900 Watt fahren musste, um die Führenden so schnell einzuholen. So wirklich einleuchten will es also nicht, was die Motorgläubigen vorbringen, aber das ist bei den Mondlandungszweiflern ja nicht anders.

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RipRow Trainer https://pandacycles.de/2017/11/14/riprow-trainer/ https://pandacycles.de/2017/11/14/riprow-trainer/#comments Tue, 14 Nov 2017 13:42:50 +0000 pcb https://pandacycles.de/?p=11866 Wir stehen Trainingsgeräten durchaus skeptisch gegenüber. Oft versprechen sie mehr als sie können und im schlimmsten Fall halten sie vom Radfahren ab. Für ambitionierte Mountainbiker bietet RipRow jetzt ein Trainingsgerät an, mit dem Beweglichkeit, Koordination sowie Balance auf dem Rad verbessert werden sollen. Wie es funktioniert, ist in dem Video zu sehen. Kosten soll es 1199$. Wir kratzen uns erstmal verwirrt am Kopf und drehen dann eine Runde durch den Grunewald.

RipRow™ – Get faster while you get stronger from RipRow on Vimeo.

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Blood Road https://pandacycles.de/2017/11/11/blood-road/ https://pandacycles.de/2017/11/11/blood-road/#comments Sat, 11 Nov 2017 13:43:29 +0000 pcb https://pandacycles.de/?p=11859 Wer bei Blood Road den üblichen Red Bull Abenteuer- und Expeditionsfilm erwartet, wird vermutlich enttäuscht. Der Film führt uns nach Vietnam und Laos und begleitet Rebecca Rusch auf ihrer Suche nach der Absturzstelle ihres Vaters, der im Vietnamkrieg abgeschossen wurde. Entlang des Ho-Chi-Minh-Pfades zeigt der Film großartige Landschaften, persönliche Momente und erinnert eindringlich daran, wie sehr das Leben in Laos noch nach Jahrzehnten durch den Vietnamkrieg geprägt ist. Seit heute ist der Film auf Red Bull TV frei zu sehen.

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Given By Mountains https://pandacycles.de/2017/11/06/given-by-mountains/ https://pandacycles.de/2017/11/06/given-by-mountains/#comments Mon, 06 Nov 2017 11:29:11 +0000 pcb https://pandacycles.de/?p=11828 Die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür und in Berlin werden die allwinterliche Tristesse und Melancholie einkehren. Grau und braun überdecken die Stadt, die Stimmung wird ruhiger und bedrückter. Der kollektive Novemberblues dauert in Berlin meist bis zu den ersten Sonnenstrahlen des nächsten Frühjahres. Grund genug, um darüber nachzudenken, ob sich nicht unter fremden Sternen der Winter verbringen lässt. Inspiration hierzu bietet der Film von Joe Cruz, der uns nach Kirgisien führt, fernab von zivilisatorischen Zwängen.

Given By Mountains from Joe Cruz on Vimeo.

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